ABSCHRECKENDES

Wir beginnen die kleine Liste misslungener Schreibversuche mit einem nur mäßig hässlichen Beispiel aus dem Saarland:

 

„Für den Fall, dass die Saarbahn einmal ausfallen sollte, bieten wir einen Schienenersatzverkehr per Bus an. Dieser Schienenersatzverkehr wird nur dann durchgeführt, wenn er auf der dynamischen Fahrgastanzeige angezeigt wird.“

[QUELLE: Fahrgast-Information der Saarbahn GmbH in Saarbrücken, gesehen am 14.2.2010)

Was soll uns das sagen? Vermutlich am ehesten dieses  –  wobei davon abgesehen wird, dass auch Taxis mal als Schienenersatzverkehr unterwegs sein könnten:

„Fällt die Saarbahn einmal aus, fahren Ersatzbusse, sofern die Laufschriftanzeige solche ankündigt.“

 

Schlimmer wird es schon im folgenden Fall. Der Satz stammt aus der Pressestelle des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn [12. Mai 2010]:

„Für den Naturschutz ist eines der zentralen Problemfelder, dass vom Menschen unbeeinflusste dynamische Prozesse besonders seit dem Beginn der Industrialisierung systematisch aus der Landschaft eliminiert worden sind.“

Was soll dies nun vermutlich ausdrücken? Vielleicht ja Folgendes:

„Naturschützer kämpfen damit, dass in der Landschaft kaum noch etwas auf natürliche Weise geschieht, weil der Mensch überall eingegriffen hat und weiter eingreift – ein Zustand, der seit dem Aufkommen der Industrie im frühen 19. Jahrhundert zu beklagen ist.“

 

Realsatire hingegen ist ein älteres Beispiel aus dem Jahr 2003, für das ein bekanntes Textilforschungs-Institut verantwortlich zeichnet:

„Die Integration textilfremder Technologien und Komponenten in textile Flächengebilde ermöglicht beträchtliche Funktionserweiterungen textiler Systeme. Speziell im Bereich der innovativen Funktionskleidung lassen sich beispielsweise durch die Verwendung von Komponenten aus Elektronik oder Mikrosystemtechnik zahlreiche neue Anwendungsfelder erschließen. Im Spannungsfeld zwischen dem rein wissenschaftsgetriebenen technischen Fortschritt (technology-push) und dem durch Nachfrage initiierten technischen Fortschritt (demand-pull) gilt es nun, das tatsächliche Innovationspotential einer „Smart Clothes Technologie“ aufzuzeigen. (…)“

[Quelle: Informationsdienst Wissenschaft – Pressemitteilung der Hohenstein Institute, 30.06.03]

Das verstehen allenfalls noch der Autor dieser Zeilen und einige Textiltechniker. Mit solchen Textbeispielen könnte man endlos fortfahren. Leider.