SECHS GRUNDREGELN

Fürs Erste hier sechs honorarfreie Regeln, die in meinen Stilkursen eingehend besprochen werden. Wer sie beherzigt, hat das Wesentliche für Verständlichkeit schon getan.

  1. Verzichten Sie auf überflüssige Adjektive! Ein starker Wind ist ein Sturm – und nur als solcher wirkt er angemessen bedrohlich.
  2. Vermeiden Sie substantivierte „-ung“-Wörter wie Kenntlichmachung oder Durchführung! Amtsdeutsch und Kanzleistil erschweren das Verständnis und schließen im Lesen weniger Geübte leichtfertig aus. Und das ist nicht demokratisch.
  3. Lassen Sie starke, funkelnde Verben die Aussage Ihrer Sätze tragen! „Im Winde klirren die Fahnen“, dichtete Friedrich Hölderlin (1770-1843). Und noch heute frösteln wir.
  4. Schicken Sie Ihre Leser oder Zuhörer ins Kopfkino – durch anschauliche Beispiele und treffende Vergleiche!
  5. Übersetzen Sie Unverständliches und verzichten Sie auf Fachwörter, sich anbiedernde Anglizismen und verquasten Zunftjargon!
  6. Wiederholen Sie Wichtiges, vor allem in Reden. Üben Sie sich also in der hohen Kunst kluger Redundanz (Überfülle)!